Arbeiten im Hotel

Es war für mich kein sogenanntes Neuland, als ich hier in den Bergen in einem sehr schönen Apartmenthotel meine neue Arbeit aufgenommen habe. Einschlägige Erfahrungen mit Übernachtungsgästen in einer Ferienwohnung konnte ich schon in München sammeln. Der große Unterschied ist hier, ich betreue nicht ganz alleine ein einziges Apartment sondern es handelt sich jetzt um ein Apartmenthotel mit 17 Wohnungen, Rezeption und so weiter, und wir sind ein Dreierteam. Meine Chefin, ihre Tochter und ich der Neuzugang! Ich finde wir sind ein tolles Team und die Arbeit macht Spaß, aber vielleicht stehe ich da mit meiner Meinung ganz alleine da!

Was sich aber auch hier in den Bergen nicht zu München verändert hat, ist lapidar gesagt, das Urlaubsverhalten der Gäste, obwohl in diesem Hotel ein ganz anderes Klientel übernachtet! Bei manchen Nationalitäten wissen wir das, dass Apartment nach der Abreise aussieht als benötige es nun eine Renovierung, deshalb handeln wir schon im Vorfeld.

Einige unserer Urlauber nehmen ihre Speisen auf dem Boden ein, so sind sie es aus Tradition gewöhnt, wir wissen das und entfernen jeden mobilen Teppich aus den Räumen sonst müssten wir diese nach der Abreise im Müll entsorgen! Stofftischdecken werden durch Plastiktischdecken ersetzt, Wolldecken über die Sofas gespannt und das Apartment eher schlicht gehalten. Das es am Urlaubsende dieser Gäste fast immer noch einem Katastrophengebiet gleicht steht auf einem anderen Blatt. Die Erfahrung lehrte uns auch, das wir in durchschnittlich vier großen Müllsäcken die Hinterlassenschaften wie offene Lebensmittel, Flaschen, Zeitschriften und, und, und entsorgen müssen.

Kommen wir nun zu den Gästen die jeden Tag Fisch in ihrer Küche brutzeln, etwas alltägliches für diese, aber muss das den im Apartmenthotel sein, bitte nicht. Natürlich ist uns das bekannt, aber leider nicht vermeidbar da wir unseren Urlaubern nicht vorschreiben können was sie kochen. Der sehr intensive Geruch der Meerestiere haftet tagelang an allen Textilien, den Tapeten und zieht sich bis in den Flur des Hotels. In einem Apartment haben wir seit fünf Tagen alle Fenster weit offen, die Polster der Stühle abgewaschen und mit Geruchsneutralisierer eingesprüht, alle Textilien gewaschen, alle Flächen gründlichst gereinigt, tagelang Essigwasser zur Geruchsbindung aufgekocht und eine Dose Raumspray verbraucht. Fazit der Aktion: der Kochgeruch der Fische ist nicht zu vertreiben und treibt uns zur Verzweiflung, da dieses Ferienapartment so auf gar keinen Fall belegt werden kann.

Im Vergleich dazu sind unsere Urlauber, die gerne mit ausgefallenen, intensiv duftenden Gewürzen kochen nur eine kleine Herausforderung, wenn wir den Duft eines Bazars neutralisieren müssen. Was ich persönlich überhaupt nicht verstehen kann, da flippe ich regelrecht jedes mal aus, ist eine Angewohnheit mancher Urlauber. Warum bitte schön, muss man mit der ganzen Handfläche eine Türe ( wohlgemerkt Glastüre) aufdrücken wenn gleich sich gleich daneben der Türgriff befindet? Ich gebe zu bedenken, das alle unsere Eingangs- und Flurtüren aus Glas sind und sich die Handflächenabdrücke oftmals über jedes Stockwerk ziehen, Balkontüren miteingeschlossen, aber das nur mal so nebenbei erwähnt.

Fairerweise muss ich aber zugeben, das die Mehrzahl unsere Urlaubsgäste sehr ordentlich, rücksichtsvoll und nett ist, aber wie heißt es doch so schön: “ Ausnahmen bestätigen die Regel“. Jetzt muss ich wieder ans Werk gehen, sprich arbeiten, Betten überziehen, Teppichböden saugen und nicht zu vergessen Glastüren von den Handabdrücken befreien.

Fortsetzung folgt sicher, bis nächste Woche 😉

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