Die Baustelle

Eigentlich wollte ich dieses Mal von meinem Erlebnis mit einer Pannenhilfe für mein Auto berichten, aber das muss warten. Ich bin eben von der Baustelle zurückgekommen und mir platzt fast der sprichwörtliche Kragen. Welche Baustelle? Ach ja, das habe ich noch überhaupt nicht erwähnt. Gehen wir also vier Wochen in der Zeit zurück, um zu verstehen was ich meine.

Wir, mein Bruder und ich, haben im Juni beschlossen seine Wohnung zu renovieren und nach langem Planen, sehr langem Planen, sollte das Projekt nach meinem Urlaub Ende September starten. Um die Kosten niedrig zu halten, zogen wir einen Freund (Elektromeister) und einen Verwandten hinzu, die uns unterstützen sollten.

Der Elektromeister und ein Angestellter seiner Firma machten sich an einem Montag vor vier Wochen an das Werk um neue Steckdosen zu verlegen, geplante Arbeitsdauer drei bis vier Tage. Schon am ersten Tag war klar, das dauert länger, da die meisten Leitungen in den Wänden an- oder verschmort waren, oder irreführend im Nichts endeten. Eine neue Steckdose die eine andere Elektrofirma ( im Auftrag der Hausverwaltung) drei Tage zuvor gelegt hatte, war an eine Starkstromleitung angeschlossen, ein Hoch auf qualifizierte Arbeitskräfte. Es dauerte zwei Wochen (und ist immer noch nicht ganz fertig) bis die meisten Leitungen verlegt, verputzt und angeschlossen waren.

Zeitgleich wurde ein Bodenleger auf den Plan gerufen, auf Empfehlung der Hausverwaltung!, der rückte mit Musterbüchern für den Bodenbelag an, wir suchten aus, wir verhandeltem mit dem Preis, er ging nach zwei Stunden und war nie mehr gesehen. Spätere Anrufe und Nachrichten auf seinem Handy blieben erfolglos und nicht beantwortet. Na dann eben nicht, soll er bleiben wo der Pfeffer wächst!!!

Dann folgte der Auftritt unseres Verwandten, er war zuständig für alle Malerarbeiten, inklusive Vergipsen und erneuern einiger Wandfliesen und so weiter. Auch er machte sich an das Werk und hörte ein paar Tage später wieder auf! Warum?? Er hatte sich im Ausland neue Zähne einsetzen lassen und die sind ihm dank schlechter Arbeit rausgefallen. Das heißt, er verabschiedete sich nach halber Fertigstellung und fuhr wieder Richtung Ausland, um die Kauleiste zu erneuern, voraussichtliche Rückkehr im Januar!

Da die Küchenzeile abmontiert werden musste und die Eckventile altersbedingt nicht mehr richtig schlossen, tropfte das Wasser unbemerkt weiter und wir hatten einen Wasserschaden in der Küche. Aber nicht nur wir, sondern auch die Nachbarin einen Stock tiefer hatte jetzt Spaß, ok, den hatte sie vorher bestimmt schon, mit dem immensen Lärm der Elektroarbeiten. Für noch mindestens 10 Tage stehen nun Trocknungsgeräte in der Küche und im Bad, bei denen die Wasserauffangtanks jeden 2. Tag geleert werden müssen. Aus gegebenen Anlass ist die Wohnung aber momentan nicht bewohnbar, klar oder?, mein Bruder hat seit Wochen Asyl bei mir, deshalb springt eine Nachbarin jeden Tag auf die Baustelle und entleert die Behälter. Die arme Frau ist sowieso schon gut mit uns beschäftigt, da wir nicht immer Vorort sein können. Sie sperrte dem Installateur die Wohnungstür auf, der neue Eckventile montierte, lässt den Heizungsableser seine Arbeit machen und ist Frühmorgens parat wenn der Sperrmüll anrückt und leert regelmäßig den Briefkasten meines Bruders. Gut das die liebe Frau schon in Rente ist, ansonsten hätten wir noch ein paar Probleme mehr. Ich schließe sie auch jeden Abend in mein Nachtgebet mit ein.

Vor ein paar Tagen traf ich den Hausmeister meiner Wohnanlage und überschüttete ihn mit meiner Baustellengeschichte, und er hatte eine Lösung, nein nicht die Wohnung dem Erdboden gleichmachen ( dazu fehlt aber auch nicht mehr viel), er hat eine eigene Firma und kann vielleicht die Baustelle wieder bewohnbar machen. Besichtigungstermin kommenden Freitag, ich hoffe wieder einmal!! Das eine neue Toilettenschüssel nötig ist habe ich heute auch festgestellt, darüber möchte ich aber nicht berichten, die Explosionsgefahr meinerseits ist sehr hoch.

Meine, besser gesagt unsere, Hoffnung das die Wohnung vor den Feiertagen wieder genutzt werden kann, schwindet von Tag zu Tag. Am 28. fahren wir aber erstmal ein paar Tage weg und sind am 6.1. wieder hier, sollten dann zufällig die heiligen drei Könige vorbeischauen, können sie sich nützlich machen und den Bauschutt mitnehmen 😉 

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