Kartenlegen

Ich habe es neulich bereits erwähnt, dass ich seit kurzer Zeit das Legen und Deuten der Lenormandkarten erlerne. Eine wirklich sehr interessante Materie, eine kleine Wissenschaft oder besser, ein Handwerk mit einzigartigem Wissen. Bei dem Begriff „Kartenlegen“ nimmt die Vorstellung in Gedanken sofort die Gestalt einer alten Zigeunerin an die, mit einem schwarzen Raben auf der Schulter und einer Kristallkugel auf dem Tisch, einem die Zukunft deutet.

Es erfordert diszipliniertes Lernen der umfangreichen Bedeutungen jeder einzelnen Karte, dabei spielt bei manchen je nach Lage der Karte, der Zeitfaktor eine nicht außer Acht zu lassende Rolle. Ob Zwillings-, Personen- oder zwei Gesichterkarte und etliche andere Aussagen gesellen sich als Schwierigkeitsfaktor dazu. Selbst nach langem intensiven Lernen wird man feststellen, dass es noch viel mehr Deutungen jeder einzelnen der 36 Karten gibt. Jeder einzelne Profi des Kartenlegens wird aus ein und dem selben Kartenbild eine andere Interpretation deuten. Intuition sollte in gewisser Weise vorhanden sein, da man mit der gefühlten Wahrnehmung nach einiger Zeit spürt, was einen die Karten „sagen“ möchten.

Vielleicht kann man es mit einem Kochrezept vergleichen in denen alle Zutaten aufgelistet sind, jeder Koch/Köchin aber durch eigene Erfahrung das Rezept verfeinert hat. Das nur als winzig, kleiner Hintergrund was Kartenlegen wirklich bedeutet, wenn man es von Grund auf und seriös erlernen möchte.

Es bedarf natürlich Übung, Übung und nochmals Übung sein Wissen bei diesem breitgefächerten Deutungsspektrum zu erweitern, deshalb versuche ich mich an meinen Mitmenschen. Eine davon ist meine Freundin Gaby, die sich (sofort!) überreden lies, sich die Karten von mir legen zu lassen. Zwei Fragen hatte sie auch gleich parat und das bedeutete zwei Legungen, da man immer nur eine gezielte Frage stellen kann (sollte).

Ich hievte mir sinnbildlich den schwarzen Raben auf die Schulter und begann die Karten zu mischen, zu legen und zu deuten. Jede Bedeutung und Kombination hielt ich schriftlich fest. Um auch wirklich sicher zu sein mit meiner Deutung des Kartenbildes, machte ich für jede Frage zwei Legungen, immer mit einem Abstand von ein paar Tagen. Nach einer Woche ( ich bin Anfängerin und noch nicht schnell ) hatte ich die Antworten für meine Freundin.

Das Unangenehme war nur, das Ergebnis der ersten Frage war durchaus positiv, bei der zweiten sah es aber doch recht düster mit der Prognose aus. Es betraf ein Umfeld von Gaby, bei dem ich mir niemals eine Veränderung vorstellen konnte. Am Telefon versuchte ich ihr in homöopathischer Dosierung die weniger erfreuliche Kartenlegung anzukündigen. Nach meiner Frage ob sie es wirklich wissen möchte, antwortete sie nur:“ Nur her damit“, Respekt vor soviel Mut liebe Gaby! Ich erklärte ihr wie welche Karte lag, welche Aussage die Kombination mit den anderen Karten sich daraus ergaben. Als ich endlich am Ende mit meinem endlosen Monolog war, kam von ihr nur: „Darauf warte ich schon lange“. WOW, ich weis nicht was mich mehr erstaunte, die Tatsache das es dass Umfeld betraf das für mich so unglaublich war oder das meine Deutungen so exakt und genau waren. Das war ein Erfolgserlebnis was mich noch viel mehr motivierte eifrig weiter zu lernen.

Zum Abschluss noch ein paar Worte an Dich meine liebe Gaby: Komplimente kommen viel besser an wenn man den Satz nicht mit „Du bist gar nicht sooo schlecht“ beginnt, irgendwie vergleichbar mit: „Du siehst heute gar nicht so alt aus“ 😉 Ich drück dich !!!

Die Lenormandkarten auf den Bildern sind Ciro Marchetti`s Gilded Reverie

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